Frau wirkt gestresst und jongliert zu viele Bälle als Sinnbild für Überforderung im Alltag

Überforderung im Alltag: Was dir jetzt Entlastung bringt

22:00 Uhr

Friederike liegt im Bett.

Sie ist total erschöpft.

Doch ihre Gedanken kreisen unaufhörlich und sie kommt einfach nicht zur Ruhe.

„Schon wieder ist viel zu viel liegengeblieben. Dabei habe ich doch den ganzen Tag gemacht und getan. Morgen ist die Liste dann noch länger. Was mache ich bloß falsch?“

22:30 Uhr

„Sarah hat schon zum dritten Mal auf meine Mailbox gesprochen und gefragt, wann ich Zeit habe. Sie klang schon leicht genervt. Aber sie hat keine Kinder. Sie weiß nicht, wie sich mein Alltag gerade anfühlt. Ich weiß noch nicht mal, wie ich die Zeit finden soll, um sie zurückzurufen. Ich habe Angst, dass ich bald keine Freundinnen mehr habe.“

23:00 Uhr

„Ich schäme mich für die vielen Staubmäuse unterm Sofa und beim Sport war ich auch schon seit Wochen nicht mehr. Wie schaffen das bloß die anderen, immer alles unter einen Hut zu kriegen? Ich hab mein Leben echt nicht mehr im Griff.“

Frau liegt abends wach im Bett und ihre Gedanken kreisen darum, dass sie den Alltag nicht mehr im Griff hat und sich überfordert fühlt

Wenn sich alles nach „nicht genug“ anfühlt

So wie Friederike geht es vielen berufstätigen Müttern und auch für mich war dieses Gefühl früher ein täglicher Begleiter.

Man hetzt durch den Tag, gönnt sich kaum Pausen und hat abends trotzdem das Gefühl, nicht genug getan zu haben.

Irgendetwas kommt immer zu kurz.

Meistens man selbst.

Und vielleicht kennst auch du diese nagende Unzufriedenheit.

Dieses Gefühl, noch nicht genug getan zu haben – egal, wie viel du tatsächlich geschafft hast.

Der ständige Druck, noch besser werden zu müssen, noch mehr leisten zu müssen.

Begleitet von der Sehnsucht, endlich mal mit allem fertig zu sein.

Und es scheint so, als würden die anderen Mütter Job, Familie und Haushalt viel müheloser im Griff haben – z. B. wenn sie Fotos aus ihrer Hängematte mit Latte Macchiato in der Hand posten.

Doch:

Leistest du wirklich zu wenig?

Ich glaube nicht.

Wenn dein Akku bereits seit geraumer Zeit auf Reserve steht, leistest du sogar schon viel zu viel.

Das kannst du nicht unbegrenzt durchhalten.

Und jetzt?

Wie soll das gehen – weniger zu leisten – wenn es doch jetzt schon nicht zu reichen scheint?

Was du von dir erwartest – oft ohne es zu merken

Stell dir vor, du hast einen Krug mit Wasser.

Dieses Wasser sollst du nun auf leere Gläser verteilen, die vor dir stehen.

Tatsache ist: Je mehr Gläser dort stehen, desto weniger Wasser steht für jedes Glas zur Verfügung.

Je höher du einzelne Gläser befüllst, desto niedriger wird der Füllstand in den übrigen Gläsern sein.

Was möchte ich dir damit verdeutlichen?

Dieses Wasser ist deine Zeit und/oder deine Kraft.

Beides steht dir nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Jedes Glas steht für einen Lebensbereich, in dem du gerade das Gefühl hast, funktionieren zu müssen.

Das kann beispielsweise deine Familie, deine Freunde, Job, Haushalt und dein Hobby (wie z. B. Sport) sein. Vielleicht auch noch die Pflege eines Angehörigen oder ein Ehrenamt.

Treffen all die genannten Beispiele auf dich zu, hast du insgesamt 7 (!) Gläser, die gefüllt werden wollen. Wenn du jetzt davon ausgehst, dass es möglich sein müsste, alle Gläser bis zum Rand zu füllen – sprich in all diesen Bereichen 100% zu geben – dann erwartest du etwas von dir, was schlicht unmöglich ist.

Wassergläser als Symbol dafür, dass Zeit und Kraft oft auf viele Lebensbereiche verteilt sind und so Überforderung im Alltag entsteht

Aber solange du an dieser Erwartung festhältst und mit immer noch größerer Anstrengung versuchst die Gläser vollzukriegen, wirst du immer unzufrieden mit dir sein.

Weil sie nicht alle bis oben hin gefüllt werden KÖNNEN und es sich daher immer so anfühlen wird, als hättest du nicht genug geleistet und damit den Alltag nicht im Griff.

Und all das Bemühen, die Unzufriedenheit und das Vergleichen mit anderen kosten sehr viel Kraft.

Mit diesem hohen Anspruch bist du übrigens nicht allein: Für 6 von 10 Menschen ist der Druck, den sie sich selbst machen, der Stressfaktor Nr. 1 – das zeigt die aktuelle Stress-Studie der TK.

Doch die gute Nachricht ist: Wenn du selbst diesen Druck erzeugst, dann bist auch du diejenige, die ihn auflösen kann.

Indem du dir z. B. die Geschichte nicht mehr glaubst, dass es möglich sei, jederzeit in allen Bereichen 100% zu geben.

Die Lösung liegt nicht im „noch mehr“

Wenn du heute viel Wasser Zeit in den Job gegeben hast, dann ist für alle anderen Bereiche kaum noch etwas übrig.

Wenn du viel Wasser Kraft benötigt hast, um deine kranken Kinder zu betreuen, dann ist für alle anderen Bereiche kaum etwas übrig.

Das ist kein persönliches Versagen, sondern die ganz natürliche Folge.

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Dann fällt vielleicht das Staubsaugen aus und es gibt Tiefkühlpizza statt einer selbstgekochten Mahlzeit.

Nicht, weil dir ein einigermaßen sauberer Haushalt oder gesundes Essen nicht wichtig wäre, sondern weil es gerade nicht mehr geht.

Entlastung wird nicht entstehen, wenn du noch mehr erledigst, dich noch besser organisierst oder dich noch mehr anstrengst.

Es ist ein Irrglaube, dass dann irgendwann die Erlösung kommt, wenn wir uns nur genug anstrengen. Dass dann alles erledigt ist und sich endlich die Zufriedenheit und die innere Ruhe einstellt.

Dass das ein Irrglaube ist, zeigt sich ja auch schon dann, wenn wir denken: Jetzt nur noch dieses Projekt, dann wird’s besser. Jetzt nur noch diese Zeit mit den vielen Geburtstagen überstehen, dann wird’s besser.

Aber ist es danach dann wirklich besser? Oder kommt dann nicht gleich schon wieder das nächste, was uns an unsere Belastungsgrenze bringt?

Dieser erhoffte Erlösungsmoment – der versprochene Topf Gold am Ende des Regenbogens, wenn du dich nur genug anstrengst – der wird nie kommen.

Im Gegenteil: Viele Menschen rutschen genau so in eine der Burnout-Phasen. Sie funktionieren weiter, obwohl die eigene Kraft längst auf Reserve läuft.

Der Moment, in dem Entlastung entsteht

Entlastung entsteht, wenn du realisierst, dass es diesen Punkt nie geben wird, an dem alles erledigt ist, was man tun könnte. Sondern dass du diesen Punkt aktiv setzen musst, wann es genug ist.

Entlastung entsteht, wenn du nicht mehr von dir erwartest, alle Gläser bis zum Rand zu füllen.

(Die Mutter in der Hängematte zeigt dir übrigens auch nur ihre gut gefüllten Gläser. Wer weiß, welche Gläser sie dafür leergelassen hat?)

Entlastung entsteht, wenn du dir erlaubst dafür zu sorgen, dass der Krug mit deiner Kraft immer gut gefüllt ist.

Zufriedene Frau, die zeigt, wie Entlastung entsteht und sich der Alltag nicht mehr so überfordernd anfühlt, wenn die eigene Kraft wieder aufgefüllt ist

Ja, vielleicht bleibt manches unerledigt.

Aber das bedeutet nicht, dass du deinen Alltag nicht im Griff hast.

Es bedeutet, dass du begonnen hast, gut für dich zu sorgen.

Und dass du der Geschichte in unserer Gesellschaft nicht mehr glaubst, dass du dich noch nicht genug angestrengt hast, wenn deine ellenlange To-do-Liste noch nicht abgearbeitet ist.

Du erkennst die Realität an, dass deine Zeit und deine Kraft begrenzt sind und hörst auf dagegen anzukämpfen, um dir oder wem auch immer zu beweisen, dass es anders sei.

Stattdessen fängst du an, sorgsam mit diesen Ressourcen umgehen und z. B. mehr Pausen machst, um deinen Krug wieder aufzufüllen.

Denn wenn du wieder in deiner Kraft bist und selbst bestimmst, wann es für heute genug ist, dann kann der Alltag wieder leichter werden. Und dein Kopf ruhiger.

Vielleicht schläfst du auch heute Abend nicht sofort ein. Aber vielleicht mit dem neuen Gedanken: „Ich habe genug getan“.

Und wenn du für dich Klarheit darüber gewinnen möchtest, welche Gläser in deinem Alltag gerade vor dir stehen und welche du bewusst niedriger füllen möchtest, um dich zu entlasten, ohne dass etwas Wichtiges liegenbleibt, dann schau dir gerne meinen Kurs „Weniger müssen – mehr leben“ an.

Es geht dort nicht darum, noch mehr zu leisten oder 86 Aufgaben in einen Tag zu pressen. Sondern darum, ehrlich hinzuschauen: Welche Aufgaben sind für deinen Alltag im Moment wirklich relevant? Und welche halten dich vor allem beschäftigt und innerlich unter Druck?

Du erfährst in diesem Kurs, woher eigentlich dieses Gefühl kommt, dass alles wichtig ist und unbedingt erledigt werden muss und was dieses Gefühl mit dem schlechten Gewissen zu tun hat, was so viele Menschen tagtäglich begleitet. Ich zeige dir, wie du deine To-do-Liste kürzt, indem du bewusste Entscheidungen triffst und damit den Punkt setzt, an dem es genug ist – ohne schlechtes Gewissen.


Alles Liebe und hab deinen Krug immer im Blick ;-)!

Stresscoaching Christine Kühnle

Zuletzt aktualisiert: 23.01.2026

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Christine Kühnle Stresscoaching

Christine Kühnle

Stress- und Burnout Coach
Entspannungstrainerin
Psychologische Beraterin
Pädagogin

Hallo, Ich bin Christine!

Im Leben geht es um so viel mehr als das tägliche Abhaken von To-do-Listen.

Doch genau das vergessen wir leicht, wenn der Alltag nur noch aus Terminen, Aufgaben und Verpflichtungen besteht. Das Gefühl von Leichtigkeit und Lebensfreude rückt immer weiter in den Hintergrund.

Ich begleite dich dabei, den ständigen Druck hinter dir zu lassen und Schritt für Schritt zu einem Leben zurückzufinden, das sich wieder nach dir anfühlt – mit mehr Zeit für dich, echte Erholung und liebevolle Beziehungen, die dir Kraft geben.

Ich arbeite nicht mit Standardlösungen, sondern finde gemeinsam mit dir Wege, die zu dir und deinem Leben passen – denn jeder Stress ist anders.

Damit du nicht länger nur funktionierst, sondern dein Leben wieder spürst – gelassener, freier und mit mehr Zeit für das, was dir guttut.

Mehr über mich und meine Arbeit erfährst du hier: Über mich

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